Strukturen des Missbrauchs am Beispiel meiner verdorbenen Familie

Dieser Tage, beim Stollen kneten, dachte ich über den mir verbliebenen Rest meiner Herkunftsfamilie und die Weihnachtstage nach. Weihnachten ist das Familienfest! Und der Rest meiner vielköpfigen Herkunftsfamilie, mit dem ich noch Kontakt halte, besteht nur noch aus meinem Bruder, und er würde mich wieder anrufen, und ich würde mich wieder verleugnen, und es wäre alles so kompliziert zu erklären, was ich erklären wollte, und es würde mich triggern, und der Juckreiz würde zunehmen, und danach hätte ich Intrusionen und würde Dissoziieren und … und … Sie ahnen schon, ich hatte da ein echtes Problem im Kopf, bis ich zu dem Schluss kam: Ich werde nicht länger an meiner Diskriminierung mitwirken …! – Doch eins nach dem anderen.

Die Geschichte begann … Ja, sie begann lange davor, weit vor meiner Geburt, ehe sie aktuell begann, doch so weit will ich nicht zurückgreifen. 2015 war mein Bruder Gegenstand im psychotherapeutischen Gespräch. Er, das letzte meiner drei Geschwister mit dem ich noch Kontakt pflegte. Er leidet unter Adipositas und pflegt seit Jahrzehnten den Jojo-Effekt von über 150 bis unter 100 kg. Meine Therapeutin meinte, dass ich ihm womöglich helfen könnte, wenn ich ihm meine Geschichte offenbarte und ihn dabei auf die familienbedingten Strukturen seiner psychologische Verfassung hinweisen würde; ja, dass ich ihm damit womöglich ein Geschenk machen könnte, indem er erkenne, in welcher Sackgasse er stecke, und sich ebenfalls für therapeutische Hilfe entscheiden würde. Mithin schickte ich ihm als spezielles Geburtstagsgeschenk eine E-Mail, die drei Schritte in sich barg. Der erste Schritt war die E-Mail, in der ich ihm ankündigte, dass diese Geburtstagsmail speziell und schwierig sei. Ich schrieb ihm:

Der erste Schritt, die Ankündigung

Lieber Bruder,

ein etwas längerer Geburtstagsbrief, und falls Du ihn ganz liest, wird es ein recht langer Brief sein.

Beim letzten Telefongespräch meintest Du nonchalant: ich hätte eh nichts zu tun, dann könnte ich … Und zuvor meintest Du zu R. (meine Frau), ich wäre in den Fußstapfen ihres Vaters unterwegs. Beides aus meiner Wahrnehmung wiederholte Klischees von Dir, die ich stets unwidersprochen im Raum stehen ließ. Ich lasse sie auch diesmal im Raum stehen; denn es ist nicht mein Behuf, Deine Vorurteile zu korrigieren. Ich nehme sie aber zum Anlass, Dir etwas erzählen, dass Dir womöglich helfen kann, mich anders, aber vielleicht auch Dich anders als gewohnt zu sehen. Betrachte darum diesen Brief als ein Geschenk, das ich Dir, das letzte von uns Geschwistern, mit dem ich noch Kontakt halte, mache.

Es ist ein schweres Geschenk, auf den ersten Blick schon gar kein schönes. Es kann, je nachdem wie Du mit ihm umgehen wirst, ein wertloses, ein übles oder auch ein gutes Geschenk sein. Es liegt an Dir, was Du daraus machst. In jedem Fall ist es zunächst ein unangenehmes, denn ich spreche von schrecklichen Ereignissen, von deren Verdrängung, ihrer Wiederbelebung und einem Versuch, sich aus dieser Not zu befreien. Ich spreche davon, von dem ich für mich annehme, dass Du nichts davon wissen willst: Ich spreche von dem Elend unserer Kindheit und Jugend und meinen hilflosen Versuchen, mich davon zu befreien. – Hier ist also der Punkt, da Du Dich noch entscheiden kannst, diese E-Mail samt Anhang zu löschen, oder meinen weiteren Text im Anhang zu öffnen.

Jedenfalls wünsche ich Dir einen schönen Geburtstag, gute Gesundheit und wertvolle Glücksgefühle in Deinem 68. Lebensjahr. Sei umarmt von R. und von mir.

Der zweite Schritt, das Raunen

Als zweiter Schritt folgte eine angehängte Datei, in der ich meinen Missbrauch durch die Eltern betitelte und die verdorbene Familienkonstruktion benannte, deren Opfer auch er wurde. Ich schrieb ihm folgendes:

Lieber Bruder,

in den folgenden Zeilen spreche ich von Dir und viel von mir; und es kann sein, dass ich Dich dabei in einer Weise skizziere, die Dir irrig, anmaßend oder belehrend vorkommt. Bedenke dann bitte, dass ich aus meiner Perspektive erzähle und Dich weder anleiten noch bemäkeln möchte; dass ich mich irre ist ohnehin verzeihlich. Ich spreche einzig aus meiner Sicht der Dinge. ‑ Andererseits ist der Blick eines anderen oft eine Bereicherung für einen selbst.

Ich habe 2008 meine öffentlich rechtliche Namensänderung betrieben, die schließlich 2009 vollzogen wurde. Seitdem heiße ich mit Nachnamen von Geburt an (ex tunc) Name. Dementsprechend wurden mir neue Geburts- und Heiratsurkunden ausgestellt. Eine solche Namensänderung ist hierzulande ein recht schwieriges und deshalb nur sehr selten erfolgreiches Unterfangen. Es müssen also gewichtige Gründe vorliegen, ehe ihr von Amts wegen stattgegeben wird. Packe ich die Gründe zu einem Statement, so sage ich, sobald ich mich gegenüber anderen kurz erkläre: „Ich bin dabei, mich aus dem Schrecken meiner Kindheit und Jugend zu lösen: der Erinnerung an die sadistisch-sexuelle Gewalt durch den Vater und den sexuellen Missbrauch durch die Mutter.“

An diesem Vorhaben arbeite ich intensiv seit 2011 in bislang über 160 Stunden Traumatherapie und noch etlichen Stunden mehr in der Zukunft. Ich leide an einer akuten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Sie äußert sich nicht nur darin, dass sich die Albträume, denen ich seit meiner Kindheit ausgesetzt bin, verstärkten, sondern speziell darin, dass sich diese Albträume auch in meinem Alltag fortsetzen. Ich erlebe Bilder von meinem Missbrauch durch die Eltern in solcher Intensität, als wäre das Geschehen gegenwärtig, sogenannte Flashbacks. Diese Flashbacks übermannen mich häufig anlasslos und reißen mich manchmal über Stunden aus der Gegenwärtigkeit. Ich verfalle zudem schon bei unbedeutenden Auslösern, sogenannten Triggern, in düstere Assoziationsketten, in denen das Erlittene meinen Geist und meine Gedanken besetzt; oft so lange bis ich auch hier den Bezug zu mir selbst und meiner Umgebung verliere.

Darüberhinaus leide ich körperlich unter den Folgen der PTBS. Mit Beginn der akuten PTBS vor etwa fünf Jahren entwickelte sich eine chronische Nesselsucht, weswegen ich beständig Antihistaminika einnehmen muss. Zugleich belebte sich mein Herpes und wurde ebenfalls chronisch; seitdem wird er gleichfalls dauerhaft medikamentös eingedämmt. Dazu leide ich an chronischen Entzündungen der Prostata, des Dünndarms, des Magens und der Speiseröhre. Allesamt psychosomatische Beschwerden, die in einem erkennbaren Zusammenhang mit der PTBS stehen.

Jedenfalls bin ich wegen dieser PTBS seit drei Jahren vorzeitig verrentet. Nachdem die Krankenkasse die Kostenübernahme für meine Therapie mit der 100. Stunde ausgesetzt hatte, hat der Fonds Sexueller Missbrauch im Frühjahr 2014 eine Kostenzusage in Höhe von 10.000 € für eine weitere Therapie abgegeben. Es scheint sich somit doch alles zu fügen, damit ich einen Weg finde, mit diesen Traumata zu leben und sie nicht nur zu verdrängen, wie ich es über viele Jahre getan hatte.

Verdrängen, Leugnen, Verschweigen, waren meine Überlebensstrategien, bis es nicht mehr ging: erst bis zu meinem 30. Lebensjahr mit Drogen, dann mehr als 30 Jahre mit Arbeit und dann in einem letzten radikalen Versuch mit der Namensänderung. Nach der Namensänderung war ich für einen Augenblick wirklich befreit und dachte, ich hätte das ganze Elend überwunden und sei nun endlich bei mir angekommen.

Doch ich irrte mich, denn mit der erfolgten Namensänderung holte mich alsbald die PTBS ein; weil durch die Namensänderung eine große Belastung von mir genommen worden war. Formal nicht mehr zur Familie zu gehören, war eine immense Erleichterung und Entspannung. Und in dieser Phase verlor ich wohl die Kontrolle, mit der ich mich bislang auf Kurs gehalten hatte und mir ein scheinbar gewöhnliches Leben mit allenfalls problematischer Kindheit und Jugend imaginierte. Ja, in dieser Phase setzte der Zauber der Selbstbeschwichtigung und Verdrängung aus. Seitdem leide ich an dem, wovor ich ein Leben lang floh, erstmals auch für mich selbst spürbar ‑ seelisch und körperlich.

Freilich jammere ich nur gelegentlich über mein Schicksal, so wie ich endlich auch schlicht über das, was uns Geschwistern und insbesondere mir angetan wurde, weine.

Ein jedes von uns Geschwistern hat seinen eigenen Weg gewählt, um mit dem Elend der Deprivation und der emotionalen, körperlichen und sozialen Vernachlässigung fertig zu werden. Schon als Kinder waren wir in dieser Hinsicht frühreif und suchten uns Wege und Räume außerhalb der destruktiven Dominanz der Eltern. Später erwachsen, fand ein jeder von uns seine eigene Art, mit diesen elenden Prägungen und Traumata umzugehen. Vor allem tat es jeder für sich allein. Schließlich waren wir nie eine Familie geworden. Zu versprengt sind wir aufgewachsen.

Du fandst aus meiner Sicht Deine Selbstbestätigung und Deinen Selbstwert im Geld. Ansonsten warst Du gepanzert, bliebst mit Dir und Deinen Empfindungen hinter dieser Panzerung verborgen. Man sah und spürte dennoch Dein Herz, das sehr feinfühlig schlug, mitleidsfähig war. Man sah aber ebenso, dass Du Dein Herz streng unter Kontrolle behieltst. Zu viel Herz konnte für Kinder wie wir gefährlich sein, doch noch gefährlicher war es, sobald es andere erkannten. Dann war man verletzbar und leicht zu überwältigen, und fand sich rasch in Zusammenhängen, denen man nur entfliehen konnte. Derlei Verletzbarkeit zu überwinden und fortan zu vermeiden, dürfte auch Dein Fühlen und Handeln bestimmen.

Mein Weg war die totale Selbstverleugnung. Ich war meistens der, den andere in mir sahen. So bin ich auch Dir gegenüber bislang nur der Bruder gewesen, den Du in mir sahst. Ich selbst blieb verborgen. Das war eine meiner Überlebensstrategien, mich den Tätern und dazu allen anderen Menschen, die mir wichtig waren, anzugleichen. Und sollte ich mich versehentlich doch einmal zeigen, passte ich mich beim kleinsten Missfallen sofort wieder dem anderen zum Gefallen an. Ein Verhalten, das mich auch heute noch quält und schmerzt, da ich es trotz langjähriger Therapie noch nicht überwinden konnte. Zu tief sind dahingehend die Konditionierungen. – Es gibt nur ganz wenige Zusammenhänge, in denen ich es wage, mich zu zeigen. Ein solcher Zusammenhang sind nach wie vor die Selbsthilfegruppen, die ich inzwischen mit Beginn meiner Psychotherapie häufiger besuche.

Ich denke, ich habe Dich im Grunde nur bei G. (ein Freund des Bruders) so erlebt, wie ich mir vorstelle, dass Du eigentlich bist, auch mit Deiner erkennbaren Verletzlichkeit und Unbeholfenheit, Dich in solch gelösten Momenten zu geben, wie Du sein darfst. Daneben wirktest Du auf mich stets kontrolliert.

Ja, es gab, wenn wir manchmal zusammen waren, so wie mit den anderen Geschwistern auch, immer wieder einmal ein abendfüllendes Gespräch über den Irrsinn unserer Kindheit und Jugend. Es waren im Grunde prätherapeutische Gespräche, bei denen wir nach einem Ablass suchten, um uns ein wenig zu befreien. Es blieben – zumindest für mich – hilflose Versuche, denn das, was ich hätte sagen müssen, konnte ich damals noch nicht sagen. Zu sehr war ich durch die Schandtaten der Eltern beschämt und fühlte mich selbst schuldig. Auch achteten wir, wie in einer stillen Vereinbarung darauf, das Gespräch nicht zu sehr in die Tiefe zu führen, nicht dorthin, wo unsere Gefühle, Angst, Verletzungen und Beschämung saßen. Wir wollten uns selbst und unser Gegenüber schonen; als fürchteten wir, verkannt und neu beschämt zu werden.

Doch was ist bei all dem, was ich Dir erzähle, das Geschenk an Dich, das ich Dir hiermit überreiche? Sofern es noch nicht angekommen ist: Es geht mir darum, Dir gleichsam in einem Selbsthilfeprozess, indem ich mich zeige und von mir spreche, die Möglichkeit zu erschließen, Dir selbst Lösungen zu suchen, wo Du meinst, Hilfe zu brauchen, und damit in einen Prozess einzutreten, durch den Dein Panzer durchlässiger werden könnte. Dass Du Deinen Panzer letztlich ablegen kannst, vermag ich ‑ wiederum nur aus meiner Sicht ‑ nicht zu glauben, auch wenn ich es mir für Dich wünsche; denn zu lange steckst Du in Deiner Rüstung und wehrst ab, was Dich in unkontrollierbarer Weise berühren könnte.

Doch damit Dein Panzer, insofern er durch meine Worte nicht schon Risse bekommen hat, noch mehr Risse erhält, folgt nun in einem extra Anhang meine Geschichte, wie ich sie als Hans anonym kurz nach der erfolgten Namensänderung erstmals überhaupt in meinem Leben erzählt habe. Es geschah für ein Forum von gleichermaßen Betroffenen im Internet. Das Forum gibt es nicht mehr, womit auch dieses Coming out verweht ist. Erst zwei Jahre später begann ich mit meiner Traumatherapie.

Auch jetzt meine Bitte. Lies bitte nur weiter, wenn Du es lesen und wissen willst, was mir geschah; was in dieser elenden Familie geschah. Es ist eine tottraurige Geschichte. Sie ist über diesen Link aus meinen Webspace abrufbar.

Der dritte Schritt, die Offenbarung

Der Link wurde, wie ich anhand meiner Log-Dateien ablesen konnte, geöffnet. Damit war auch der dritte Schritt getan, und der sexuelle Missbrauch durch die Mutter nicht mehr nur mein Geheimnis in der Familie. Die pdf-Datei, auf die der Link verwies, entsprach dem Text, der auch hier im Blog unter „Meins“ zu lesen ist (siehe Link).

Warten auf eine Reaktion

Danach begann eine unruhige und angespannte Weile für mich, das rätseln darüber, wie würde der Bruder reagieren, belastete mich psychisch sehr. All die eingangs beschriebenen psychosomatischen Symptome quälten mich wie tausend Teufel. Doch nichts geschah. Der Bruder reagierte nicht. Er blieb ein unbewegter fettleibiger Kloß. Die psychische Krise, in der ich gefangen war, hielt an, kühlte sich wie so oft gewohnheitsmäßig ab, um von Mal zu Mal wieder aufzuflackern. Ich notierte hierzu in mein Therapietagebuch:

Anhand meiner Logfiles sehe ich, der Bruder hatte gestern gegen Mittag die pdf-Datei mit meiner biografischen Skizze abgerufen. Nun ist die Geschichte in der Familie. Ich scheine sehr gestresst zu sein. Der Leib signalisiert alle Zeichen von Panik. Gleichzeitig wechseln die Empfindungen wieder zwischen Angst und Gleichgültigkeit. Doch sobald das Telefon läutet, möchte ich in einer ersten Reaktion davonlaufen, nur im nächsten Moment sage ich mir, bleibe da; wenn er mit dir sprechen will, dann sprich mit ihm, andernfalls hättest du ihm nicht schreiben dürfen.

Und meine ganze Panik im Wechsel mit meiner Gleichgültigkeit kann ich mir sparen. Jetzt ist die Nacht auf Sonntag und der Bruder hat nicht reagiert. Kein Anruf, keine E-Mail, nichts. Nicht einmal diese drei Zeilen: Was Du mir mitteiltest ist so schauerlich, dass ich nichts dazu sagen kann. Ich bin sprachlos.

(Wochen später) Schmerzlich, der Bruder lässt mich immer noch nicht los. Noch immer kreisen meine Gedanken um die von mir angenommene Missachtung und Respektlosigkeit. Immer wieder verliere ich mich in Dissoziationen, verliere mit ihnen auch die Zeit und stürze, sobald ich wieder zurückkomme, in eine seelenschmerzende Versunkenheit; was eher einer dissoziativen Anwesenheit gleicht, in der ich mich allmählich in die Wirklichkeit mausere. Ich bezeichne diese Phase als Stupor, wohlwissend, dass eigentlich die dissoziative Verlorenheit der Stupor ist. Da ich allerdings in dieser Phase nur eingeschränkt beziehungsweise gar nicht mehr präsent bin, kann ich sie auch nicht – im Gegensatz zu der von mir benannten Stuporphase – als Einschränkung wahrnehmen.

Der Bruder ruft an und reagiert nach Aufforderung

Schließlich in der zweiten Adventwoche rief mich der Bruder an. Ich notierte zu dem bizarren Gespräch:

Nach wenigen Sätzen belangloser Präliminarien werde ich konkret und sage: „Es hat mich gekränkt, dass Du nicht auf meine Mail geantwortet hattest.“

Er meint daraufhin: „Ach weißt du, das tue ich mir nicht mehr an; damit habe ich nichts mehr am Hut; da lasse ich mich auch von dir nicht hineinziehen.“

Ob er denn meine Darstellung gelesen habe, frage ich.

„Nein“, schwindelt er, „ich hab den Anhang nicht runtergeladen.“

Ich sage nichts zu seiner Lüge.

„Ich habe damit abgeschlossen und das solltest du auch“, empfiehlt er mir.

„Ja, darum bemühe ich mich nun schon seit fünf Jahren und schaffe es nicht“, erwidere ich.

„Dann solltest du was dagegen tun“, sein guter Rat.

„Deswegen mache ich ja seit vier Jahren Psychotherapie.“

Er stutzt: „Dann taugt sie wohl nichts …“

Er merkt, dass er Blödsinn redete. Er will vom Thema wegrücken und rekapituliert: „Das mit der Kränkung hätte auch von deinem Vater sein können.“

Ich meine, das sei nun mal eine Sache der Epigene, denen wir, selbst wenn wir auf der Säuglingsstation vertauscht worden wären, nicht entkommen könnten. Daraufhin lässt er nochmal einen dummen Spruch ab, und ich meine dazu: „Nun steckst du in Vaters Schlappen …“. Dann ist das Thema umschifft, kein Schiffbruch, aber irgendwo eine Beschädigung. Diesmal verhält er sich dependent und versucht, nach seiner Ruppigkeit wieder gut Wetter bei mir zu machen. Ich lasse ihn gewähren, und wir reden über Malta, Steuern, Banken, Bonzen und mehr, nur nicht mehr über uns …

Resümee auf die nichtige Reaktion

Und weiter denke ich in meinem Therapietagebuch über unser beider Seelenverkrüppelung nach:

Oh, mein Gott, wie haben diese Eltern gegen ihre Kinder gewütet …

Und auch am nächsten Tag steckt mir der Bruder im Gemüt. Jetzt sind es Zorn und Verachtung, die die Schönheit meiner Seele vergällen und mich verbittert zurücklassen. Später, in der Gruppe, lasse ich das Wort erbärmlich fallen. Von ihm leite ich das mir empfohlene Erbarmen ab. Ja, er kommt mir erbärmlich vor, der Bruder, und er tut mir leid in seiner Hilflosigkeit, mit seiner eigenen Geschichte nicht umgehen zu können. Ja, ich beschmutze sein Nest, indem ich auf die Täter verweise. Auch diese Metapher wird mir mit einem Male in trauriger Weise verständlich. Die Nestbewohner, die sich ein Nest aus dem emotionalen Gespinst ihrer Schänder, den klebrigen Fäden ihrer Verderbnis, mit denen sie ihre Opfer festhielten und gleich fetten Kreuzspinnen vor Laternen mit ihrem Gift lähmten und aussaugten, diese Nestbewohner wollen in ihrer verkrüppelten Behaglichkeit, in der sie sich eingerichtet haben, nicht gestört werden. Und jeder, der sie darauf hinweist, dass ein klebrig leichiges Spinnennest ihr Zuhause ist, wird als Störenfried bezichtigt und vertrieben.

Der Entschluss, die letzte Verwandtschaft zu kündigen, reift

Jedenfalls entschloss ich mich beim Stollenkneten dazu, mich kein weiteres Mal in Folge demütigen zu lassen, indem ich meine Geschichte zum Wohlergehen des Bruders und seiner Illusion von heiler Familie verschweige und mich hintanstelle. Dazu habe ich zuviele Baustellen in meiner zerbrochenen Psyche wie, dependente und dissoziative Persönlichkeitstörung, und bin gerade in einem schmerzlichen traumatherapeutischen Prozess dabei, meine Seelensplitter weiter zu integrieren. In meinem Vorhaben, mich zu vertreten und abzugrenzen, half mir ein Faden auf Twitter; so fand ich nachstehenden Tweet von einer gleichfalls Betroffenen erhellend und aufbauend und schritt zur Tat.

Meine Kündigung

Also schrieb ich dem Bruder gestern nachstehende Weihnachtsmail:

Lieber Bruder,

das Jahresende nähert sich und mit ihm ein paar Glückwunschtage, zu denen wir stets telefonisch Grüße austauschten. Nun versuche ich, bevor wir erneut mit Belanglosigkeiten eine kurze freundliche Weile verstreichen lassen, doch noch eine Sache zu klären, die mich seit drei Jahren grämt.

Ich hatte Dir 2015 zu Deinem Geburtstag eine E-Mail geschickt, in der ich mich Dir gegenüber über den sexuellen Missbrauch durch die Mutter offenbarte, der über zehn Jahre von meinem sechsten Lebensjahr an währte. Der Inhalt der E-Mail war in drei Stufen zu öffnen. Erst in der letzten Stufe konnte die pdf-Datei mit dem wesentlichen Kern meiner Mitteilung, dem skizzierten Missbrauch durch die Mutter, geöffnet werden. Doch bereits im Anhang der E-Mail beschrieb ich meine aktuelle Situation und erwähnte auch den Sachverhalt des Missbrauchs durch Mutter und Vater an mir.

Als wir drei Monate später telefonierten, erkundigte ich mich, nachdem Du nicht auf diese E-Mail eingegangen warst, sondern die üblichen Allgemeinplätze ventiliertest, ob Du meine Mitteilung gelesen hattest. Du bejahtest, sagtest aber, du hättest nicht tiefer, das heißt die Anhänge nicht gelesen, weil Du Dich mit dem Ballast aus Kindheit und Jugend nicht mehr aufhalten wollen würdest.

Ich beließ es dabei, obwohl ich damals bereits wusste, dass meine Botschaft bis zum Ende gelesen worden sein musste. Denn aus der Log-Datei meines Servers konnte ich ablesen, dass die auf meinem Server abgelegte Datei „2712.pdf“, in der ich den sexuellen Missbrauch durch die Mutter skizzierte hatte, abgerufen worden war. Der Zugriff erfolgte am 17. September 2015 um 14:57:03 Uhr mit einer IP-Adresse aus Malta. Und da Du Dich zu dieser Zeit auf Malta aufhieltst und nur Du die Netzadresse der Datei kanntest, mussten Du oder I. (seine Frau) die Datei geöffnet haben. Jedenfalls hatte einer von Euch beiden meine E-Mail samt Anhang geöffnet und auch den am Ende des Anhangs stehenden Link zum Server bedient.

Das bedeutet Du weißt seitdem von meinem Missbrauch durch die Eltern; und Du weißt, dass ich seit 2011 bis dato kontinuierlich wegen einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung in Psychotherapie bin. Denn egal wer von Euch beiden die E-Mail bis zum Ende gelesen und die pdf-Datei geöffnet hatte, ein solch ungeheuerliches Geschehen, wie ich es in diesem Dokument skizziert hatte, behält niemand für sich.

Wir telefonierten danach weiter wie gewohnt zu den Glückwunschtagen. Dabei wurden Andeutungen meinerseits über meinen psychische Verfassung als auch solche von R. (meine Frau) wie nicht vernommen übergangen, so dass es darüber nie zu einem Gespräch kam. Es ist bezeichnend, dass dem so ist; denn in dieser verdorbenen Familie wird jede Schändlichkeit totgeschwiegen. So wie Du auch von der Verurteilung auf Bewährung unserer Schwester wegen versuchtem Mord 1969 nichts gewusst hattest, und Du nachdem ich Dir 2014 auf ein Gespräch hin die Zeitungsausschnitte zugesandt hatte, nur bekundet hattest, dass Dir das im Grunde hintenrum vorbeiginge. Obgleich Du damals die Abtreibung bezahlt hattest, die nach dem Prozesstermin in England vorgenommen worden war. Für die Kosten musstest Du einen Kredit aufnehmen, was zur damaligen Zeit für Angestellte verpönt war. So habe ich auch unserem Neffen P. im Sommer dieses Jahres in einem Brief über meine PTBS und ihre Ursache geschrieben. Es war ebenfalls ein Wurf ins Leere. Reaktionslos wie bei Dir, als wäre man nicht da, als wäre ich ein Aussätziger, den man übersieht. Du magst darüber nachlesen, denn ich habe dazu gebloggt, so wie ich auch hierüber bloggen werde. Die Adresse (siehe Link). https://lotoskraft.wordpress.com/2018/09/14/strukturen-des-missbrauchs-am-beispiel-von-mokita/.

Dieser Tage war ich mit R. auf dem Markt im Tölzer Kasladen. Wir sprachen dort mit der Besitzerin, die wir seit Jahren kennen, über die Ursache meines Posttraumas. Sie zeigte Empathie und bares Entsetzen. Ähnliches widerfuhr mir bei einer Phlebologin, die ich im Herbst konsultiert hatte. Auch hier kam ich ob meines Gesundheitszustandes auf meine PTBS und ihre Ursachen zu sprechen. Sie war ebenso bar entsetzt und bekam Gänsehaut vor Schrecken, obgleich ich nur den Titel des Kapitels „sexueller Missbrauch durch die Mutter“ erwähnt hatte. Ich kann also mit fremden Leuten eher über dieses Elend sprechen, erfahre bei fremden Leuten eher Sympathie und Empathie, als im Rest der Familie, mit dem ich noch Kontakt hielt, also P. und Dir.

Und so machte ich mir zu den anstehenden Glückwunschtagen meine Gedanken über die nachhaltige Abweisung meinerseits und der Tabuisierung meines Teils der Familiengeschichte. Ich kam zu dem Schluss, dass ich mich nicht weiter an meiner eigenen Diskriminierung beteiligen will und werde. Ich möchte mich nicht mehr länger selbst verleugnen, nur weil Du so tust, als wäre es nicht, als wäre dieses ganze widerwärtige Geschehen nie gewesen. Ich möchte mich in den kurzen Telefongesprächen nicht mehr anpassen und mich Deiner Verdrängung beugen, nur um Dir gefällig zu sein, Dir nicht zuzusetzen, Dich nicht mit einem Dir unangenehmen Thema zu belasten, Dich zu schonen. Ja, indem ich Dich in den letzten drei Jahren schonte, missachtete ich mich, und genau das werde ich nicht weiter fortsetzen.

Ich empfand die Zurückweisung als beleidigend. Ich sagte es Dir auch bereits vor drei Jahren, worauf Du erwidertest, dass ich wie der Vater sprechen würde. Gleiches warf ich Dir kurz darauf in dem Gespräch vor. Meine Psychologin meinte dazu – und ich stimme ihr zu – nichts könne besser belegen, wie krank diese Familie ist, wenn sich die vom Vater gequälten Söhne gegenseitig vorhielten, Vatereigenschaften zu inszenieren; denn das sei ja wohl unter den gegebenen Umständen die höchste Form möglicher Kränkung.

Aus eben diesen Gründen möchte ich Dich darum bitten, von Deinen Telefonaten zu den Glückwunschtagen abzusehen. Scheinheiligkeiten dieserart, wie wir sie pflegten, mag ich nicht länger ertragen. Da gehe ich lieber zu anderen und spreche mit ihnen über das Elend dieser Familie. Sie hören mir zu, sie zeigen mir ihr Mitgefühl und sie können sich teilweise sogar in die erlittenen Schrecklichkeiten einfühlen – eben das ist Sympathie und Empathie; und eben das ist das, was dir fehlt; es ist Dein Teil der Familiengeschichte.

Somit habe ich mich nun 10 Jahre nach dem Beginn des Verfahrens meiner Namensänderung endgültig aus dieser Familie verabschiedet; und ich muss sagen: Ich fühle mich wohl dabei.

Du bleibst mir im Herzen und hab Dank dafür, was Du für uns getan hast.

Servus Lotosritter

Die Strukturen des Missbrauchs

Ich rechne nicht damit, dass ich noch eine Antwort erhalte. Ich habe diesen Vorgang hier so ausführlich dargestellt – in meinem Therapietagebuch ist er noch umfassender – weil nur so die zerstörerischen Strukturen, die mit sexuellem Missbrauch einhergehen und die Familien bis in ihren Kern zersetzen, verständlich werden. Denn von Missbrauch betroffene Familien sind so gründlich verdorben, dass, die Heimsuchung durch Missbrauch schlimmer als jede göttliche ist (2. Mose 20, 5) und nicht nur bis ins vierte, sondern weiter noch bis ins siebte Glied reicht. Sexueller Missbrauch in einer Familie ist ein derart abscheuliches Verbrechen, dass es notwendig ist, eine davon betroffene Familie insgesamt psychotherapeutisch zu behandeln, damit die Strukturen sich lösen können. Ich kann auf zwei Generationen wissend zurückschauen und blicke auf zwei voraus und mir graut, was ich da in den verschiedenen Zweigen an zerstörerischen Kräften sehe. Wir stehen bei der wissenschaftlichen Erforschung der Belastung durch sexuellen Missbrauch erst am Anfang, und es braucht großen Einsatz, um hierzu therapeutisches Wissen zu erlangen, um derart korrupte Strukturen zu heilen. Ich meine auch, dass angesichts der zersetzenden Kraft von sexuellem Missbrauch – insbesondere in den Familien – die Strafen wesentlich schärfer, das heißt der mögliche Strafrahmen stets ausgeschöpft werden sollte. Zudem sollten die Peiniger für den angerichteten Schaden mit ihrem Vermögen haften. Denn oft wird der angerichtete gesellschaftliche und persönliche Schaden durch die seelische Zerstückelung erst nach vielen Jahren virulent. – Ich musste erst 60 Jahre alt werden, ehe mich die Folgen des Missbrauchs soweit aus der Bahn warfen, dass ich frühverrentet wurde und mich seitdem dauerhaft in Traumatherapie befinde.

Das Titelbild zeigt eine Impression des Bruders wie ich ihn 2015 erlebte.

Nachtrag

Die Glückwunschtage gingen ohne Reaktion des Bruders vorüber. Sein Schweigen war beredt genug. Es waren die schönsten Weihnachten und der beste Jahreswechsel, die ich je erlebt habe. Ich fühle mich befreit, dieses elende Kapitel abgeschlossen zu haben. Gleichzeitig finde ich mich in einer zwar erwartbaren, aber nicht erhofften Art bestätigt, dass es eine durch und durch verdorbene Familie ist, der ich entstamme; sie ist toxisch, und um meiner seelischen Gesundheit willen, werde ich sie fortan meiden, wo immer ich kann.

7 Gedanken zu “Strukturen des Missbrauchs am Beispiel meiner verdorbenen Familie

  1. Danke.
    Für Ihren Respekt Ihrem Bruder auch gegenüber. Für die Stärke und Verletzlichkeit, die Sie zeigen.
    Ich denke, das kennen viele. Dass den Nächsten und Lieben in der Familie (und das sind sie, egal wie sehr sie das Kind misshandeln) nicht geholfen werden kann.
    Das Perfide ist, dass sie suggerieren, man sei für Ihr Wohl oder Wehe verantwortlich und eine/n mit dieser Verantwortung überlasten und beschädigen (was jetzt auf Ihren Bruder vermutlich nicht zutrifft).

    Vor ein paar Jahren habe ich in Anlehnung an Rilkes Gedicht „der verlorene Sohn“ in einer ganz ähnlichen Situation dieses Gedicht verfasst:

    Auszug der verlorenen Töchter

    Die Wüste erwartet uns
    Wenn wir uns aus der Oase schleppen
    Um das Kuckucksküken
    Endlich auszuhungern

    Voller Entsetzen
    Die Unseren zurücklassend
    Die wir nicht retten können

    Mit dem Mark unseres Herzens nicht,
    das wir als Atzung hingaben

    Den Mund so voll Schatten,
    dass uns der Kiefer stockt
    bringen wir das Herz zum Schweigen,
    und tasten nach unserer Zunge

    Quittieren den Dienst
    von niemandem erhört,
    erklären für herrenlos

    den bislang unerhobenen
    Bleimantel aus Schuld

    Wieder und wieder
    befragen wir die windgetriebenen
    Muster im Sand
    nach etwas wie Gesetz

    Krempeln die Ärmel hoch
    zählen unsere Male
    Niederlage um Niederlage

    schreiben alle Hoffnung ab
    und beginnen mit der Revision

    downsizen unsere Folterknechte
    Vater Mutter Kind
    auf ihre Erbärmlichkeit

    Erkennen
    das Gebot der Schmerzen

    nicht mehr an.

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  2. Ich erlaube mir aber, deutlich zuversichtlicher zu sein, was die kommenden Generationen angeht. Wobei in meiner Familie vielleicht die eine oder andere positive und nährende Gestalt mehr zu finden ist als in der Ihren. Und meine Schwester konnte, wie ich, ihre „Hausaufgaben“ machen, bevor wir unsere Kinder bekamen. Oder zu machen beginnen (ganz hört es ja nie auf).

    Gefällt 1 Person

    • In beiden Gedichten ist der Moment der gefundenen Eigenständigkeit der Schwerpunkt, der zum Lot wird, nach dem ich versuche, mich auszurichten. Die Linie, die Achse durch mich, wie ich es beim Tanzen lernte. Wie am Kopfhaken einer Marionette, mit einem einzigen Haupthaar gehalten, aufgerichtet und alles richtet sich danach, fällt und hält in vornehmer Linie. Das ist selbst, wie ich es jetzt erst lerne. Es ist Befreiung und Selbstfindung in einem. Indem ich mich verabschiede, begrüße ich mich. Komme an … Ich hoffe es. Die derzeitige traumatherapeutische Phase ist so schwierig, so schmerzhaft. Wir arbeiten mit den Schatten nach der Methode I.R.R.T., auf dass sie nicht weiter Selbst und Gemüt verschatten. Und sie ist so verdammt kurz die Therapie. In bald 40 Stunden sind die 80 möglichen verbraucht.
      Ja, ich bin spät dahin gekommen, aber es nicht zu spät. Es ist nie zu spät im Leben. Womöglich komme ich gar zu spät zum Sterben.
      Danke für Ihren Zuspruch.
      LG Lotosritter

      Gefällt 1 Person

  3. Bleiben Sie dran, Sie sind auf auf dem Weg, und unaufhaltsam.
    Ja, die Schmerzen nicht dominant werden lassen, das ist schwierig. Immer wieder scheiden: Vergangenheit – Gegenwart. Sich die Gegenwart nicht mehr von der Vergangenheit vergiften lassen. Wissen: Die Gefühle, die ich jetzt empfinde, sie sind diejenigen, die ich damals nicht empfinden durfte, konnte, weil ich überleben musste. Es ist ein Akt des sich Annehmens und der erwachsenen Fürsorge für mich selbst, wenn ich diese Gefühle zulasse und durchlebe. Sie gehören zu mir, aber dominieren nicht mehr.
    Es gibt ja inzwischen verschiedene Möglichkeiten, therapeutische Begleitung über Kurztherapie und / oder wenigstens einmal im Monat weiterhin zu sichern.
    Denn ja, 80 Stunden. . . Gegen die entsetzlichen Jahre und alles, was sich durch sie festgesetzt hat?

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