Vor exakt zwei Jahren hielt ich in meinem Therapietagebuch nachstehende Betrachtung fest. In ihr skizzierte ich, wie man selbst die Therapie nutzen kann, um dem einen innewohnenden traumatischen Schrecken zu entfliehen. Es ist ein automatisiertes Fluchtverhalten, das hier aufgedeckt wurde. Fliehen, davoneilen wo man nur kann, war über Jahrzehnte das grundlegende Coping meiner posttraumatischen Verdrängung. Warum also soll sich mein eingeübter Fluchtimpuls in der Therapiesituation leichthin verändern?
Derzeit ist die Flucht eher ein Zerreden in der Therapie, indem ich mit immer neuen Details und Fragen der Konfrontation mit meinem Trauma ausweiche. Allerdings habe ich in der Therapeutin eine aufmerksame Begleiterin, die mich stets wieder einfängt oder aufhält. Gleichermaßen reflektiere ich mich auch längst soweit, dass ich mich selbst auszubremsen vermag, sobald ich mal wieder geschickt davoneile. Gleichwohl bedarf es beständiger Erdung, dem Disstress in der Therapiesituation nicht auch dissoziierend zu entfliehen. Hier ist besonders die Aufmerksamkeit der Therapeutin gefragt, da ich selbst oft nicht merke, dass ich bereits dissoziiere. Weiterlesen
