Heute arbeiteten wir in der Traumatherapie die letzte Stunde auf, in der wir nach der Methode Imagery Rescripting (ImRs) versuchten, einen besonders widerlichen Akt des Missbrauchs emotional zu überzeichnen, auf dass er sein Triggerpotential verlieren möge. Dabei sprachen wir auch über meine damalige Situation, dass ich von keinem Erwachsenen unterstützt wurde beziehungsweise sich niemand für mich und meine Geschwister einsetzte. Dabei gab es durchaus Erwachsene, die sich um uns sorgten und uns ermutigten; doch sie verschwanden alle bald wieder von der Bildfläche. So kam es auch, dass ich als Kind nicht mehr auf mögliche Hilfe von außen vertraute. Ich erwartete nichts …
Manchen, so meinte meine Therapeutin, müsse unsere Situation damals doch aufgefallen sein. Doch ich denke, dass es die meisten nicht bemerkten, und falls sie dennoch etwas ahnten, ihre Befürchtungen beiseiteschoben; denn wäre, was nicht sein durfte, tatsächlich gewesen, so hätten sie intervenieren müssen, und das war damals wie heute verpönt und hätte Zivilcourage erfordert. Lieber verkrümelte man sich, brach den Kontakt zu den Eltern ab und hatte ein Problem weniger. Weiterlesen
